Schnitt- und Stichverletzungen am Arbeitsplatz: Risiken erkennen und vermeiden

Schnitt- und Stichverletzungen am Arbeitsplatz: Risiken erkennen und vermeiden

Schnitt- und Stichverletzungen gehören zu den häufigsten Arbeitsunfällen. Erfahren Sie, welche Risiken bestehen und wie Sie sich mit der richtigen Schnittschutzausrüstung nach EN 388 effektiv schützen.

Schnitt- und Stichverletzungen: Unterschätzte Gefahren im Arbeitsalltag

Schnitt- und Stichverletzungen zählen zu den häufigsten Arbeitsunfällen in Handwerk, Industrie und Logistik. Jährlich werden in der Schweiz über 15.000 solcher Verletzungen bei der SUVA gemeldet. Viele davon könnten durch die richtige Schutzausrüstung verhindert werden.

Typische Unfallsituationen

1. Arbeiten mit scharfen Werkzeugen

  • Cuttermesser und Skalpelle
  • Kreissägen und Schneidemaschinen
  • Scheren und Stanzmesser
  • Glasschneidewerkzeuge

2. Umgang mit scharfkantigen Materialien

  • Metallbleche und Stahlkanten
  • Glasscheiben und Keramik
  • Kunststoffplatten mit scharfen Kanten
  • Verpackungsmaterialien (Metallbänder, Draht)

3. Montage- und Demontagearbeiten

  • Scharfe Bauteile und Komponenten
  • Grate an Metallteilen
  • Abbrucharbeiten mit scharfkantigen Trümmern

Die häufigsten Verletzungsarten

Schnittverletzungen: Entstehen durch scharfe Klingen oder Kanten, oft an Händen und Fingern. Können Sehnen, Nerven und Blutgefäße beschädigen.

Stichverletzungen: Durch spitze Gegenstände wie Nägel, Schrauben oder Drahtstifte. Besonders gefährlich durch tiefe Wunden und Infektionsrisiko.

Rissverletzungen: Durch raue oder gezackte Oberflächen, führen zu unregelmäßigen Wunden mit längerer Heilungsdauer.

Schutzmaßnahmen: Die richtige PSA

Schnittschutzhandschuhe nach EN 388

Die Norm EN 388 definiert verschiedene Schutzlevel:

  • Level 1-2: Leichte Tätigkeiten, dünne Materialien
  • Level 3-4: Mittlere Risiken, Metallverarbeitung
  • Level 5: Hohe Schnittgefahr, scharfe Klingen

Weitere Schutzausrüstung:

  • Schnittschutzärmel für Unterarme
  • Schnittschutzschürzen bei Körpernähe zu Maschinen
  • Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherer Sohle (EN ISO 20345)
  • Schutzbrillen gegen umherfliegende Splitter

SUVA-Empfehlungen zur Prävention

  • Gefährdungsanalyse vor Arbeitsbeginn durchführen
  • Passende Schnittschutzhandschuhe für jede Tätigkeit wählen
  • Regelmäßige Kontrolle der Schutzausrüstung auf Beschädigungen
  • Schulung der Mitarbeiter im sicheren Umgang mit Werkzeugen
  • Werkzeuge regelmäßig warten und schärfen (stumpfe Werkzeuge erhöhen das Unfallrisiko)

Erste Hilfe bei Schnitt- und Stichverletzungen

  1. Blutung stoppen: Wunde mit sterilem Verband abdecken und Druck ausüben
  2. Wunde reinigen: Mit sauberem Wasser spülen (bei oberflächlichen Verletzungen)
  3. Desinfektion: Wunddesinfektionsmittel auftragen
  4. Verband anlegen: Sterilen Verband verwenden
  5. Arzt aufsuchen: Bei tiefen Schnitten, starker Blutung oder Verdacht auf Nervenverletzung

Die richtige Handschuhwahl ist entscheidend

Nicht jeder Handschuh schützt vor allen Gefahren. Achten Sie auf:

  • EN 388 Zertifizierung mit entsprechendem Schnittschutzlevel
  • Passform: Zu große Handschuhe erhöhen das Unfallrisiko
  • Griffigkeit: Gute Haftung auch bei öligen Oberflächen
  • Tastgefühl: Ausreichende Fingerfertigkeit für präzise Arbeiten

Fazit: Schutz beginnt mit der richtigen Ausrüstung

Schnitt- und Stichverletzungen lassen sich durch konsequenten Einsatz von Schnittschutzhandschuhen und anderen Schutzmaßnahmen drastisch reduzieren. Investieren Sie in hochwertige PSA – Ihre Hände sind Ihr wichtigstes Werkzeug.

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